Rede von Monika Krause zur Leitkultur (Plenarsitzung 28.09.2017)

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,

sehr geehrte Damen und Herren!

 

Weltweit existiert das gleiche Prinzip. Wer sich in ein anderes Land begibt, um dort zu leben, muss sich dort integrieren, und dies hat auch in Deutschland seine Gültigkeit. Die Bevölkerung des Einwanderungslandes hat dem Eingewanderten entsprechende Hilfestellung zu geben, sodass dieser Teil der Gesellschaft werden kann. Die Integration in das aufnehmende Land ist keine Bitte, sondern eine Integrationsleistung, die vom Eingewanderten erbracht werden muss. Respekt und Wille von beiden Seiten ist hier unabdingbar für den Erfolg. Damit der Einwandernde eine Orientierung in das dortige Gesellschafts- und Wertesystem erhält, muss die aufnehmende Gesellschaft ihm Leitlinienorientierung mitgeben, damit dieser sich daran orientieren kann. In einer Gesellschaft, in der gleichzeitig alles gilt, aber in Wirklichkeit nichts gelte, gibt es keine gesellschaftlich kulturelle Nachvollziehbarkeit von Normen, in die sich der Einwandernde integrieren kann. In diesem Zusammenhang sollte der Begriff Deutsche Leitkultur positiv verstanden werden.

 

Zu jeder Identität eines Volkes gehört eine Leitkultur, die ihr Wesen, ihre Geschichte und ihre Kultur beinhaltet. Die deutsche Kulturnation war und ist wegweisend auf vielen Feldern wie Philosophie, Literatur, Musik, Kunst, Wissenschaft und Innovation. Gesellschaftlich besteht über Generationen hinaus ein selbstverständlicher Konsens über Werte und Normen, die als Klammer der Gesellschaft funktionieren und ihre Identität und Zugehörigkeit spiegeln. Aus diesem Grund muss die Identität und das Bekenntnis zu seiner Kultur als Selbstverständlichkeit angesehen werden. Die deutsche Leitkultur und deren Kernwerte sind notwendige Regeln für Einwanderer, an denen sie sich orientieren können. Die Leitkultur in Deutschland und auch in Europa fußt auf dem Christentum und den geistigen Strömungen aus der Renaissance und der Aufklärung, was zu einer wissenschaftlich humanistischen Denkweise geführt hat, die durch die Aufklärung mit ihrer Säkularisierung, Toleranz und Trennung von Kirche und Staat sowie dem hohen Wert der Freiheit den Weg in die deutsche Gesellschaft fand. Hierzu machte Immanuel Kant seine wichtigste Aussage: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

 

(Beifall)

 

Kulturpluralismus mit seinem Wertekonsens ist das Gegenstück zum Multikulturalismus, der mit seinen Parallelgesellschaften und der Paralleljustiz strukturlos und chaotisch ist, sodass man sich dort nicht integrieren kann. Integration bedeutet immer ein Stück Assimilierung in die Gesellschaft, in die man eingewandert ist.

 

(Zurufe)

 

Sie können nachher schreien.

 

Für die meisten Menschen, die in ein Land einwandern, ist es selbstverständlich, deren gesellschaftliche und rechtliche Regeln anzunehmen und seinen Integrationsbeitrag zu leisten. Dies erleichtert die Teilhabe innerhalb der Gesellschaft und fördert deren Akzeptanz. Das bedeutet nicht, dass die Einwandernden ihre Herkunft verleugnen müssen, aber so lange sie die Leitkultur des aufnehmenden Landes respektieren und die dortigen Regeln beachten, wie die Frauenrechte, Freiheit des Individuums, Schwulen- und Lesbenrechte, Verbot von Kinderehen, Zwangsheirat und Gewalt gegen Menschen anderer Religionen, die Trennung von Kirche und Staat, dürfte es keine Probleme darstellen, dass diese Menschen mit der Aufnahme in die Gesellschaft eine neue Heimat finden.

 

Viele Eingewanderte, allerdings nicht alle, beweisen, dass sie mit der Leitkultur der deutschen Gesellschaft keinerlei Probleme haben und sich in die Gesellschaft in Deutschland integrieren. Dies kann ich aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung sagen, da meine ausländischen Freunde erkennen, dass sie von dem hohen gesellschaftlich, kulturellen wie auch wissenschaftlichen Lebensstandard in Deutschland stark profitieren.

 

(Beifall)

 

Ein wichtiger Punkt sei hier noch angesprochen, und zwar der um sich greifende Versuch aus bestimmten politisch-ideologischen Kreisen, die Entwurzelung der deutschen Kulturgesellschaft und deren Identität massiv zu ihren Gunsten voranzutreiben, dies alles unter dem Mantra: „Vergesst wer ihr seid, vergesst eure Geschichte, verwandelt euch in den globalen Menschen ohne Eigenheit, habt Respekt für alle anderen, aber vergesst euch selbst und eure Traditionen.“

Die bürgerliche Gesellschaft in Europa hat sich seit dem 19. Jahrhundert in Nationalstaaten formiert und verteidigt so als politisch kulturelle Einheit die Ansprüche ihrer Bürger ihres jeweiligen Landes. Rückt man davon ab, verliert jede Staatsangehörigkeit ihren Sinn und endet im Nichts als globale Masse ohne jegliche Identität, die den Interessen von Wirtschaft, Banken und Politikern mit deren eigenen Zielen ausgeliefert ist.

 

Danke schön!

 

(Beifall)