Rede von Monika Krause zur Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ (Plenarsitzung 23.05.2019)

Rede der Stadtverordneten Monika Krause in der Aktuellen Stunde zur Frage Nr. 1851 von den Grünen

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Dieses Jahr wurde das 100-jährige Frauenwahlrecht gefeiert und genau vor 70 Jahren die Gleichberechtigung zwischen Männer und Frauen im Grundgesetz verankert. Der Weg zur Gleichberechtigung der Frauen, ihre Anerkennung und Teilhabe in der Gesellschaft wie im Arbeitsleben, ist ein großer Erfolg für alle Frauen. Unter diesem Hintergrund mutet die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ im Museum für Angewandt Kunst doch sehr befremdlich an, auch wenn politische, emanzipatorische Aspekte durch Fotos oder Videos thematisiert werden. So verfestigt sich der Eindruck, die Aussteller werben für einen Kulturkreis, indem Frauen durch strenge Bekleidungsvorschriften gezwungen werden, ihren Körper zu verhüllen. Dies kann man sehr genau an den meisten Ausstellungsstücken erkennen, die die Verhüllung der Frau feiern. Bis zum Boden fallen die Stoffe und die Haare werden meist mit einem Kopftuch bedeckt.

Dies sind klare Signale, wie Frauen sich in den arabisch muslemischen Gesellschaften in der Öffentlichkeit zeigen dürfen. Im Iran kämpfen Frauen seit Jahren gegen die strenge Kleiderordnung des Kopftuches und Burkazwangs, die als Symbol für Unterdrückung stehen. Als Zeichen von Reinheit müssen Frauen ihre Haare und ihren Körper vollständig bedecken. Wenn Frauen kein Kopftuch tragen oder sich schminken, werden sie an Ort und Stelle zusammengeschlagen oder kommen in das Gefängnis. Burka, Niqab und Kopftuch sind nicht Ausdruck eines weiblich religiösen Kleidungsstils, sondern die Insignien des fundamentalistischen Islam.

(Beifall)

Muslimisch, sozialisierte Intellektuelle wie z.B. Lale Akgün, Seyran Ates, Necla Kelek und Sabatina James, sprechen sich für ein Verbot der muslimischen Verschleierung und des Kopftuches aus. Feministinnen in Deutschland wollen aber nicht die Verletzungen der Frauenrechte – wozu das Kopftuch und die Burka gehören – thematisieren, weil sie lieber rückständige Kulturen mit deren Geschlechterapartheit verteidigen, als die dortigen Frauenrechte zu stärken. Diese Frauen werden in ihrem Kampf für mehr Frauenrechte von den Feministinnen im Westen allein gelassen, und diese sind um keine Ausrede verlegen, um diese frauenverachtenden, religiös geprägten Gesellschaften zu verteidigen, als wären Frauenrechte nicht universal.

Was für ein Zeichen wird damit an die vielen Mädchen und Frauen aus muslimischen Familien in Deutschland gesendet? Denn bekannter Weise wird das Kopftuch auch als Symbol für das Vordringen des politischen Islam genutzt und um Mädchen und Frauen auf religiöse Linie zu bringen. Deshalb gehört zu einer glaubwürdigen Diskussion oder Ausstellung zum Thema Kopftuch immer auch das Themen Islam und Gleichberechtigung dazu.

Vielen Dank!

(Beifall)