Rede des Stadtverordneten Markus Fuchs in der Aktuellen Stunde zur Frage 3013

Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
meine Damen und Herren!

Ich erlaube mir, vorab mal aus einem Artikel der Frankfurter Rundschau vom Juli letzten Jahres zu zitieren, in dem unser Oberbürgermeister zitiert wird, wiederum mit einer Äußerung aus dem November 2022: „Wir werden die zwei Jahre nutzen, um Gespräche mit Herrn Junghans und der Süwag zu führen, um den Fährbetrieb langfristig zu sichern.“ Der Magistrat hat auf eine Frage der Kollegin Serke letztes Mal davon gesprochen, dass spätestens zum Fahrplanstart am 1. März 2025 Details bezüglich der Zukunft der Fähre verlautbart werden. Wir haben heute die Antwort gehört: Ja, man hat sich über den Fahrplan ein bisschen mit dem Fährbetreiber unterhalten. Mit Verlaub: Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Ganz großes Kino, Herr Siefert, das muss ich mal sagen!

(Beifall)

Ich hätte ja gedacht, dass das Thema Höchster Mainfähre auch beim Magistrat angekommen ist. Es ist nämlich nicht nur ein Fortbewegungsmittel, es ist vor allem ein wichtiges und erhaltenswertes Kulturgut im Frankfurter Westen

(Beifall)

Der Fährbetrieb zwischen Höchst und Schwanheim hat eine über 400‑jährige Geschichte hinter sich. Es wäre bedauernswert, wenn diese Stadtregierung für deren Ende verantwortlich sein würde. Das darf nicht passieren!

(Beifall)

Auch weil die nötige Unterstützung der Mainfähre „Walter Kolb“ eine politische Entscheidung ist, werden wir im Römer immer wieder nerven, solange es nötig ist, bis dieses Thema endlich ein für alle Mal vom Tisch ist – und zwar nicht, indem die Mainfähre weg ist, sondern das Problem endlich gelöst ist.

(Beifall)

In dieser Stadt werden für ganz andere Dinge, für weniger wichtige oder auch gar ziemlich unwichtige Dinge ganz andere Beträge mobilisiert und investiert. Ich erinnere …

(Zurufe)

Lassen Sie mich erst mal ausreden, dann komme ich dazu. Da hätten Sie nur den Etatantrag vom letzten Jahr lesen müssen, dann wüssten Sie es.

In dieser Stadt werden für ganz andere Dinge Geld ausgegeben. Ich erinnere nur an die letzten Haushaltsberatungen. Wie war das? Mal locker 300.000 Euro für ein Kammerorchester für transkulturelle Gegenwartsmusik. Dafür ist Geld da. Aber als wir letztes Mal gefordert haben, die Mittel für die Fähre um 50.000 Euro aufzustocken, da war kein Geld da. Das ist die Antwort auf Ihre Frage, Herr Telyakar. Letztes Mal hatten wir 50.000 Euro gefordert, man kann das auch durchaus noch mal auf 100.000 Euro erhöhen. Die Fähre ist nämlich wirklich ein wichtiges Gut.

Es wäre eine Investition in das Frankfurter Geschichtsbewusstsein, in die Frankfurter Kultur, in die Frankfurter Mobilität. Gerade von Fahrradfahrern, das sollte den GRÜNEN eigentlich bewusst sein, wird sie gern benutzt.

Vielen Dank!

(Beifall)